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Geheimtipp Nussgartl: Wiener Küche vom Feinsten

Wer in Wien auf der Suche nach guter Küche ist, kann aus dem Vollen schöpfen. Innerhalb weniger Quadratkilometer kann man eine kulinarische Weltreise machen. Von italienischen Küche, über fernöstliche Köstlichkeiten bis hin zu orientalischen Speisen oder amerikanischen Burgern gibt es alles. Das klassische Wirtshaus mit seiner Wiener Küche findet man – mit hoher Qualität – aber immer seltener. Wer tiefer ins wienerische Kulinarium eintauchen möchte und mehr als die Klassiker Tafelspitz und Schnitzel sucht, der braucht häufig schon persönliche Empfehlungen, um ein echtes Wiener Wirtshaus mit guter Küche zu finden. Zum Glück gibt es aber noch einige dieser Geheimtipps unter den Lokalen, von denen wir heute eines aus der Brigittenau vorstellen möchten: das Nussgartl. Im Interview dazu der Betreiber und Gastronom David Herbich.

Herr Herbich, bitte erzählen Sie uns ein wenig über die Geschichte des Nussgartl

Das Nussgartl in dieser Form gibt es mittlerweile seit neun Jahren. Wobei das Lokal selbst bereits knapp 100 Jahre alt ist. Damit ist es eigentlich das noch älteste, bestehende Wirtshaus hier in der Brigittenau, welches wir neu adaptiert und komplett neu hergerichtet haben. Das Nussgartl zeichnet sich in erster Linie durch die traditionelle Wiener Hausmannskost aus. Mittlerweile haben wir unsere Speisekarte aber auch etwas in eine mediterrane Richtung erweitert. Wir servieren hausgemachte Pasta in den verschiedensten Variationen.

Was ist das Spezielle am Nussgartl?

Naja, das Spezielle am Nussgartl sind einmal grundsätzlich alle Speisen, weil alle sehr gut und mit Liebe gemacht sind. So fängts einmal an. Aber Spaß beiseite. Wir bemühen uns wirklich die traditionelle Hausmannskost aufrecht zu erhalten und setzen auf das gastronomische Handwerk. Das ist das Spezielle. Wir kaufen regional ein und achten auf saisonale Produkte. Dafür sind wir auch mit dem AMA-Gütesiegel ausgezeichnet worden. Das heißt, wir kaufen keine Industrieware, sondern versuchen wirklich zur Gänze auf regionale Produkte zuzugreifen und auch selbst zu erzeugen.

Welche Gerichte, welche Küche bekommt man im Nussgartl?

Also natürlich unser klassischstes Gericht, das Beuschl. Unser Kalbsrahmbeuschl, sprich Wiener Salonbeuschl, dafür sind wir bekannt. Damit waren wir auch schon mehrfach in den Zeitungen und auch im Fernsehen. Dann haben wir natürlich auch Innereien, Schmorgerichte und Gebackenes. Des Wieners Lieblingsspeise, das Schnitzerl, nicht zu vergessen bitte. Gebackenes in allen Variationen die das Herz begehrt. Auch ganze Fische, Garnelen, Meeresfrüchte und wie gesagt, hausgemachte Nudeln in verschiedensten Gerichten.

Was erwartet einen, wenn man ins Nussgartl geht?
Ganz kurz und bündig: Ein Stück Wirtshauskultur.

Wenn Sie das Nussgartl jemandem beschreiben müssten, wie würden Sie es erklären? Welches Ambiente bieten Sie an?
Also im Grunde genommen ist es wirklich so, wie es früher war, ein Wiener Wirtshaus. Zwei getrennte Räume, ein schöner Gastgarten, das Ambiente sehr zeitgemäß. Wir wollten an der Basis wirklich nichts verändern, sondern haben das Lokal adaptiert. Ich sage jetzt einmal aufgeputzt und aufgemöbelt und das soll auch so bleiben. Das Nussgartl ist wirklich ein warmes, klassisches Wiener Beisl.

Das Nussgartl hat sich in den vergangenen Jahren zum Geheimtipp entwickelt. Wie kam es dazu?

Das müssen Sie eigentlich unsere Gäste fragen. Aber ernsthaft, die Idee war einfach wirklich die Qualität hochleben zu lassen und nicht auf Masse zu arbeiten. Das wollte ich von Anfang an nicht. Wir wollten wirklich ein Geheimtipp bleiben, was wir auch sicher nach wie vor sind. Wir haben sehr viele Stammgäste, die die Qualität unserer Küche zu schätzen wissen, aber natürlich auch Laufpublikum. Das Wichtigste ist für mich als Gastronom, das wir wirklich klein und fein bleiben.

Wie sieht es mit Vegetariern aus? Kommen die bei Ihnen auch auf ihre Kosten?

Vegetarier sind bei uns punktgenau richtig, weil wir sehr viel hausgemachte Pasta machen, und die sind fast zur Gänze fleischlos. Wir arbeiten viel mit saisonalem Gemüse wie Spargel oder Bärlauch, aber auch mit Schwammerln und Ziegenkäse. Nur ein veganes Lokal sind wir nicht. Wir sind halt ein klassisches Wirtshaus. Vegetarisch habe ich etwa fünf bis sechs Speisen, jedes Mal auf der Karte. Von Risotti über Pasta, aber nichts Veganes. Generell sieht unsere Speisekarte so aus, dass wir die Klassiker vom Beuschl über Innerein bis hin zum Schnitzel immer anbieten. Saisonal wechseln wir aber immer wieder. Etwa alle zwei bis drei Wochen. Und da sind dann auch immer sechs bis sieben neue Gerichte auf der Karte, je nachdem, welche Nahrungsmittel gerade Saison haben. Ich glaube, dass zeichnet uns auch aus. Momentan haben wir Gerichte mit Bärlauch, fangen aber bereits langsam an, auf den Spargel umzusteigen.

Wie kamen Sie dazu, hier in der Brigittenau ein Lokal zu eröffnen?

Es war Zufall, dass ich auf dem Weg in die Stadt hier in der Vorgartenstraße vorbeigekommen bin. Ich habe mich umgesehen und dabei ein verlassenes, altes Juwel entdeckt, was wirklich komplett verlassen war, komplett kaputt, desolat. Und da habe ich mir gedacht, es ist eigentlich schrecklich, dass man an dieser Ecke, mit einem so schönen Gastgarten kein Lokal betreibt. Die Entscheidung war dann schnell gefasst und ich habe den Mietvertrag für diese Gaststätte unterschrieben, ohne das Lokal auch nur einmal besichtigt zu haben. Ich war so überzeugt davon. Es war reines Bauchgefühl und ich bereue es nicht eine Sekunde. Das ist eigentlich die Geschichte vom Nussgartl.

Wie sieht es mit den Öffnungszeiten im Nussgartl aus?

Der Gastgarten ist von 11 Uhr über Mittags bis am Abend um 22 Uhr geöffnet und wenn jemand noch länger hierbleiben möchte, dann kann man im Lokal noch bis 23 Uhr verweilen. Generell haben wir von Dienstag bis Freitag geöffnet, auch am Samstag und an den Feiertagen halbtags. Sonntag und Montag sind unsere Ruhetage. Unser Gastgarten ist in der Sommersaison eigentlich immer geöffnet, soweit es das Wetter zulässt, aber normalerweise bis Ende Oktober.

Gibt es etwas, was Sie den zukünftigen Bewohner der Jägerstraße 58 noch auf den Weg mitgeben wollen?

Ja, ich hoffe, sie werden sich im Bezirk wohlfühlen und es würde mich freuen, wenn sie einmal im Nussgartl vorbeischauen würden. Dann können sie sehen, dass man auch in der Brigittenau sehr gut essen gehen kann. Man muss nicht nur immer in die City gehen und viel Geld ausgeben. Man kann sich auch sehr nett hier im 20. Bezirk bei gutem Essen und Trinken unterhalten.