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Intercollegiate Rowing Association Championships

Von 2. bis 4. Juni fanden in Sacramento auf Lake Natoma die IRA-Championships statt. IRA ist eine Abkürzung für Intercollegiate Rowing Association und ist der Dachverband des Amerikanischen Universitätsruderns. Demnach war das unsere Nationalmeisterschaft. Jedoch waren hierbei, mit Ausnahme des Leichtgewichtes Frauen Achters, ausschließlich männliche Teams vertreten. Die Damen hatten das Wochenende zuvor ihre Meisterschaft, bei der Washington, wie schon bei den PAC12 dominierte und konnte als erste Mannschaft in der Geschichte des Uniruderns alle Kategorien für sich entscheiden. Unsere weiblichen Teamgenossen wurden in den Rennen in der Regel 2te.

Für uns begann die Regatta sehr gut. Die Trainings im Vorfeld waren auf Grund von diversen Fabelzeiten in Testrennen nahezu optimal verlaufen. Wir konnten sogar den Cal-Rekord über 1500m aufstellen, was kein leichtes Unterfangen war. Wir konnten unseren Vorlauf gegen Cornell, Dartmouth, Oregon State mit einem sicheren lauf gewinnen. Dennoch war das Team mit unserem Auftritt unzufrieden und wir änderten die Konstellation. Natan wechselte von Position 5 zu 7. Eine kurze Einheit am Nachmittag nach dem Vorlauf sollte uns auf das Rennen Vorbereiten. Das Training verlief wie gewohnt gut, und wir gingen selbstbewusst ins nächste Rennen. 

Das Semifinale verlief weniger nach Plan und wir wurden 2te hinter Harvard. Das gab uns mehr zu denken. Das Boot lief zwar gut, aber wir waren ungewohnt langsam. Unser Streckenschlag war nicht schnell genug. Uns war klar, wenn wir das Finale gewinnen wollten, mussten wir den Streckenschlag, den wir im Training so mühelos hinbekamen, auch im Rennen mit der gleichen Entschlossenheit und Aggressivität ausführen. Wir wechselten abermals die Besetzung. Natan dieses Mal auf Schlag, Martin auf 7 und Joachim auf 6. Das Resultat war ein Zwilling auf 7 und 6, da Martin und Joachim beide Backbord-Ruderer sind und hintereinander sitzen. Demnach waren ihr beider Riemen auf derselben Seite. Im Rudermillieu wird das ein Zwilling genannt. Das Training in der Besetzung war herausragend. Wir fuhren als kleinen Testlauf den 2000m Kurs mit Schlagzahl 18-24 mit solidem Druck herunter. Nichts übermäßig hartes, aber auch nicht einfach nur dahinpaddeln. Der Sinn dahinter war den Rennplan noch einmal durchzugehen. Wir fuhren dabei unter 6 Minuten, was vergleichbar mit der Rennzeit unseres 4ers war. Natürlich ist ein Achter deutlich schneller als ein 4er, dennoch war die Zeit erstaunlich. Siegessicher gingen wir zu Bett.

Der Finaltag war schließlich angebrochen und ich kämpfte an dem Morgen mit Fieber und Schwächeanfällen. Nach einer Handvoll Ibuprofen ging es dann aber besser und ich war guter Dinge dieses Finale Gewinnen zu können. Immerhin hatten wir uns 10 Monate auf diesen Moment vorbereitet. Das Boot war schnell und jeder war Bereit alles zu geben, was mit einem so hochkarätigen Team ein Rezept für Erfolg ist. Leider nicht dieses Mal. Nach einem guten Start ließ uns der Rest des Feldes stehen und wir wurden 5te knapp vor Brown. Wir waren ratlos. Wir hatten alles gegeben, aber wir konnten mit den anderen Teams nicht mithalten. Die Enttäuschung war dementsprechend groß, dennoch muss man fairer Weise sagen, dass die Teams wie Yale, Washington, Harvard, Princeton und Brown, (die in dieser Reihenfolge die Ziellinie überquert hatten), ebenfalls enorm starke Ruderer haben, mit dementsprechender internationaler Erfahrung.

Jetzt gilt allerdings, keine Zeit mit Trauern zu vergeuden, denn für mich, sowie die meisten anderen Ruderer geht es bald zu den Trials um sich für WM-Boote zu qualifizieren.